Mit dem «Rahmenkonzept Sexualaufklärung in den Volksschulen des Kantons Bern» und zwei Musterkonzepten erhalten die Berner Volksschulen erstmals einheitliche, fachlich fundierte Grundlagen für Sexualpädagogik und den Schutz vor sexualisierter Gewalt.
Im Zuge der Umsetzung der Istanbul-Konvention hat die Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern (BKD) die Erarbeitung in Auftrag gegeben. Die Konvention verpflichtet die Vertragsstaaten dazu, in die Lehrpläne aller Bildungsstufen Inhalte zu nicht stereotypen Geschlechterrollen, gegenseitigem Respekt, gewaltfreier Konfliktlösung und dem Recht auf persönliche Unversehrtheit aufzunehmen. Mit den neuen Grundlagen leistet der Kanton Bern dazu einen konkreten Beitrag.
Die Berner Gesundheit hat das Rahmenkonzept im Auftrag der BKD auf Deutsch und Französisch erarbeitet. Dabei sind auch das «Muster-Schutzkonzept gegen Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt» sowie das «Musterkonzept Sexualpädagogik» inklusive Planungsvorlagen für die Zyklen 1 bis 3 entstanden. Unterstützt wurde die Berner Gesundheit vom Begleitbüro sowie von einer Steuergruppe, zusammengesetzt aus Fachpersonen der BKD und der kantonalen Fachstelle für Gleichstellung von Frauen und Männern.
Die Konzepte richten sich in erster Linie an Schulleitungen; die weiteren Unterlagen unterstützen alle Personen, die im schulischen Umfeld tätig sind, bei der konkreten Umsetzung im Schulalltag. Die Dokumente bieten klare Orientierung, praxisnahe Vorlagen und mehr Sicherheit in einem wichtigen, oft herausfordernden Themenfeld.
Sexualpädagogik ist eine gemeinsame Aufgabe von Eltern und Schule. Die Verantwortung für die Sexualerziehung liegt in erster Linie bei den Eltern. Schulen leisten ergänzend einen wichtigen Beitrag, indem sie Kinder und Jugendliche alters- und entwicklungsangemessen informieren, stärken und begleiten. Eine transparente und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule ist dabei zentral.
Der Schutz vor Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt erfordert zudem eine von der gesamten Schule getragene Haltung. Klare Schutzmassnahmen, verbindliche Abläufe sowie eine offene Zusammenarbeit mit Eltern tragen dazu bei, dass Schulen sichere Orte für Kinder und Jugendliche sind.
Die Berner Gesundheit führt im Auftrag der BKD in den deutsch- und französischsprachigen Regionen des Kantons sexualpädagogische Gruppengespräche und Interventionen an Schulen durch und unterstützt sie damit bei ihrem Bildungs- und Schutzauftrag. Für die Einführung und Umsetzung der neuen Konzepte bietet die Berner Gesundheit Schulen zudem bedarfsgerechte Unterstützung in Form von fachlichen Inputs und Beratungen an.