Alkohol ist in der Schweiz fest im Alltag verankert. Er gehört zu Festen, Geselligkeit und Erholung dazu. Gleichzeitig handelt es sich um eine psychoaktive Substanz mit Abhängigkeitspotenzial und vielfältigen gesundheitlichen Risiken.
Während die Mehrheit der Bevölkerung Alkohol massvoll konsumiert, trinkt rund ein Fünftel der Menschen in einem risikoreichen Ausmass. Die Grenzen zwischen unproblematischem Konsum, belastenden Mustern und Abhängigkeit können dabei verschwimmen.
Alkohol beeinflusst das Belohnungssystem im Gehirn. Er kann entspannen, Hemmungen abbauen oder Stress lindern und wird deshalb oft zur Stimmungsregulation eingesetzt. Wenn Alkohol wiederholt zur Bewältigung von Belastungen eingesetzt wird, kann er zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der Konsum wird häufiger, die Menge steigt, und es fällt schwerer, eigene Grenzen einzuhalten. Problematische Entwicklungen entstehen dabei meist schleichend und bleiben im Alltag lange unauffällig.
Wie Alkohol wirkt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Alter, Geschlecht, Körpergewicht, persönliche Lebenssituation sowie soziale Normen und Vorbilder spielen eine Rolle. Besonders bei Jugendlichen wirkt Alkohol stärker, da sich Körper und Gehirn noch entwickeln und die Fähigkeit zur Risikoeinschätzung noch im Aufbau ist. Ein früher Einstieg erhöht das Risiko für gesundheitliche Schäden und problematischen Konsum. In der Schwangerschaft gilt eine klare Nulltoleranz, da Alkohol in jeder Menge das ungeborene Kind schädigen und lebenslange körperliche sowie kognitive Beeinträchtigungen verursachen kann.
Ein reflektierter Umgang mit Alkohol sowie das frühzeitige Wahrnehmen von Veränderungen im Konsumverhalten tragen wesentlich dazu bei, Risiken zu reduzieren und rechtzeitig passende Unterstützung zu ermöglichen.