Wer wir sind

Wir unterstĂĽtzen Menschen im Kanton Bern dabei, gesund aufzuwachsen, gesund zu bleiben oder gesund zu werden. Unsere Arbeit verbindet Fachwissen mit einer Haltung, die den Menschen und seine Lebenssituation ins Zentrum stellt.

Die Berner Gesundheit ist eine politisch und konfessionell unabhängige Stiftung mit einem breiten Angebot in Gesundheitsförderung, Prävention, Sexualpädagogik sowie Suchtberatung und Therapie. Im Auftrag des Kantons Bern begleiten wir Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen sowie Organisationen und Fachstellen mit konkreten Fragestellungen.

Über 100 Mitarbeitende arbeiten an vier Zentren und 15 weiteren Standorten im ganzen Kanton. Unsere Angebote sind niederschwellig und fachlich fundiert. Wir beraten und begleiten in Deutsch und Französisch und arbeiten eng vernetzt mit Partnerinstitutionen aus Gesundheit, Bildung, Sozialwesen und Gemeinden.

Stiftungsrat

Der Stiftungsrat ist das oberste strategische Führungsorgan der Berner Gesundheit. Er trägt die Gesamtverantwortung und sorgt dafür, dass der Stiftungszweck im Interesse der Berner Bevölkerung verfolgt wird.

Cécile Wendling

Präsidentin

Rechtsanwältin, Biel

Patrik Walther

Vizepräsident

Geschäftsführer, Oberthal

Dr. Dieter Hofer

Stiftungsrat

Facharzt fĂĽr Allgemeine Medizin FMH sowie fĂĽr Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Bern

Andrea de Meuron

Stiftungsrätin

Gemeinderätin, Nationalrätin, Thun

Maude Voirol

Stiftungsrätin

Dozentin im Bereich Gesundheit und Soziales, St-Imier

Benjamin Marti

Stiftungsrat

Betriebswirtschafter HF, Mittelhäusern

Geschichte

Die Berner Gesundheit blickt auf eine lange Entwicklung zurĂĽck.

Gegründet 1931 als Zusammenschluss von Fürsorgestellen für alkoholkranke Menschen, hat sich die Organisation kontinuierlich weiterentwickelt. Heute ist sie ein zentraler Pfeiler der psychosozialen Grundversorgung im Kanton Bern mit einem breiten, zeitgemässen Angebot.

Die ausfĂĽhrliche Geschichte

Die Wurzeln der Berner Gesundheit reichen ins Jahr 1931 zurück. Damals gründeten die Trägerschaften der politisch und konfessionell neutralen Fürsorgestellen für Alkoholkranke den Verband Bernischer Fürsorgestellen für Alkoholkranke (VBFA). Ziel des neuen Kantonalverbands war es vor allem, die finanzielle Sicherstellung dieser Einrichtungen zu gewährleisten und ihre Arbeit langfristig abzustützen.

Vom Fürsorgeverband zur Präventionsarbeit

1946 wurde der Verband erweitert: Auch die stationären Heilstätten für alkoholkranke Menschen schlossen sich an. Der Dachverband nannte sich nun Verband Bernischer Fürsorgestellen und Heilstätten für Alkoholkranke (VBFHA). Unter diesem Namen bestand er bis 1986, doch inhaltlich begann sich das Arbeitsfeld bereits früher zu verändern.

Ab Mitte der 1960er-Jahre verlagerte sich der Blick zunehmend von der reinen Behandlung hin zur Vorsorge. Zwischen 1965 und 1982 entstanden in Bern, Thun, Biel und Langenthal sogenannte Vorsorgestellen. Damit wurde Prävention zu einem festen Bestandteil der Organisation.

Ă–ffnung fĂĽr alle Suchtfragen

Ein grundlegender Einschnitt erfolgte 1986: Neue Statuten und ein neuer Name markierten den Wandel zum Bernischen Verband für Suchtfragen (BVS). Der Aufgabenbereich wurde auf alle Suchterkrankungen ausgeweitet, nicht mehr nur auf Alkohol. 1993 folgte der nächste Schritt: Der BVS gab sich den Namen Berner Gesundheit. Gleichzeitig wurde die Fachstelle für Sexualpädagogik aus dem Frauenspital Bern ausgegliedert und in die Organisation integriert.

Die Stiftung entsteht

Am 1. Januar 1998 erhielt die Berner Gesundheit ihre heutige Struktur. Die 19 Trägerschaften von insgesamt 25 Fachstellen lösten sich auf und schlossen sich zur Stiftung Berner Gesundheit zusammen. Damit wurden die Angebote organisatorisch gebündelt und auf eine gemeinsame Grundlage gestellt.

In den Jahren 1999 bis 2001 folgte eine umfassende Reorganisation: Vier ambulante Regionalzentren mit Angeboten in Gesundheitsförderung, Prävention sowie Suchtberatung und -therapie wurden aufgebaut. Ergänzend entstanden 15 dezentrale Beratungsstützpunkte im ganzen Kanton. Das sexualpädagogische Angebot wurde ab 2003 auf das gesamte deutschsprachige Kantonsgebiet ausgeweitet.

Konsolidierung, Qualität und Zweisprachigkeit

2004 übertrug der Verein Sozialdienste Oberhasli seine Alkoholberatung an die Stiftung; in Meiringen wurde ein neuer Beratungsstützpunkt eröffnet. Im selben Jahr erhielt die Berner Gesundheit das Bilinguisme-Label. In den folgenden Jahren kamen weitere Standorte hinzu, etwa 2007 in Laupen. 2009 wurde die Organisation erstmals mit dem QuaTheDA-Zertifikat für Management sowie Beratung und Therapie ausgezeichnet.

Parallel dazu veränderten sich die Rahmenbedingungen im kantonalen Versorgungssystem. Mit der Gründung des Dachverbands Gesundheit und Sucht (DGS) 2010 wurden Zuständigkeiten zwischen der Berner Gesundheit und der Stiftung Contact Netz geklärt. Ab 2011 konzentrierte sich die Berner Gesundheit auf Angebote für Erwachsene, während Contact Netz Jugendliche betreute.

UmbrĂĽche und Integration neuer Aufgaben

Ab 2014 prägten kantonale Sparprogramme die Arbeit stark. Der Kanton entschied, die ambulanten Beratungs- und Therapieangebote bei der Berner Gesundheit zu konzentrieren; der DGS wurde per Ende 2014 aufgelöst. 2015 integrierte die Stiftung die Jugendberatung vollständig und übernahm Mitarbeitende von Contact Netz.

In den folgenden Jahren wurden Standorte gestärkt, neue Qualitätszertifizierungen im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention erreicht und zusätzliche Aufgaben übernommen. Nach der Auflösung des Vereins APESE erbrachte die Berner Gesundheit ab 2016 auch die sexualpädagogischen Leistungen im französischsprachigen Teil des Kantons. 2018 übernahm sie im Zuge einer kantonalen Strukturbereinigung die ambulante Suchtberatung im Berner Jura vollständig, inklusive des Bereichs der illegalen Drogen.

Gegenwart und Ausblick

Das Verständnis von Abhängigkeiten erweitert sich: Neben substanzbezogenen Suchterkrankungen gewinnen neue Themenfelder wie Verhaltenssüchte, digitale Medien und komplexe Mehrfachbelastungen an Bedeutung. Diese Entwicklungen spiegeln sich in der inhaltlichen Ausrichtung und im Ausbau interdisziplinärer Angebote wider.

Besonders ab 2022 trug die Berner Gesundheit mit niederschwelligen Beratungs-, Präventions- und Unterstützungsangeboten dazu bei, die psychische Versorgungskrise bei Kindern und Jugendlichen im Kanton Bern abzufedern und bestehende Versorgungslücken zu mindern.

Gleichzeitig prägen steigende Nachfrage und zunehmender Spardruck die Arbeit. Umso wichtiger bleibt es, Ressourcen gezielt einzusetzen, Kooperationen zu stärken und Angebote laufend weiterzuentwickeln.