Einleitung
Die Themen Gewalt, Aggression und Mobbing in der Schule beschäftigen nicht nur die pädagogische, sondern auch die öffentliche Diskussion. Die Medien berichten regelmässig über körperliche und psychische Übergriffe von Jugendlichen. Es entsteht der Eindruck, Gewalt und Aggression von und unter Jugendlichen würden kontinuierlich ansteigen.
«Die Jugendlichen von heute lieben den Luxus, haben schlechte Manieren und verachten die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.» Dieses Zitat wird Sokrates zugeschrieben; Die Sorge der Erwachsenen über die verwahrloste Jugend besteht also schon seit mindestens 2500 Jahren.
Und heute? Die Zahl der polizeilich erfassten Gewaltdelikte von Jugendlichen hat seit etwa 1990 stark zugenommen. Bei Raub und Körperverletzung werden Jugendliche heute mehr als dreimal häufiger als Tatverdächtige registriert als Mitte der 80er Jahre. Gemäss dem 2009 erschienenen Expertenbericht zur Prävention von Jugendgewalt hat die europaweit stark gestiegene Anzeige- und Verurteilungsziffer jedoch eher wenig mit einer realen Zunahme von Gewalttaten zu tun. Entscheidender ist laut dem Bericht die erhöhte Sensibilisierung und Anzeigebereitschaft in der Bevölkerung sowie die verbesserte Aufklärungsquote der Polizei.

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