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FAQ : Betriebe

Die meistgestellten Fragen des Settings Betriebe zum Thema Sucht und unsere Antworten

  1. Wie kann ich erkennen, ob jemand ein Suchtproblem hat?
  2. Müssen Menschen mit Suchtproblemen nicht erst in der Gosse landen, bevor ihnen geholfen werden kann?
  3. Muss ich nachweisen, dass eine Mitarbeitende/ein Mitarbeitender ein Suchtproblem hat?
  4. Soll ich meinen Mitarbeiter direkt darauf ansprechen, dass er ein Alkoholiker ist?
  5. Sind mögliche Suchtprobleme einer/eines Mitarbeitenden nicht deren Privatsache?
  6. Kann ich den Mitarbeitenden das Trinken in der Freizeit verbieten?
  1. Wie kann ich erkennen, ob jemand ein Suchtproblem hat?

    Dies ist - je nach Suchtmittel - nicht immer leicht zu erkennen. In der Regel sind die Folgen des Konsums erst nach einiger Zeit sichtbar. Dennoch gibt es einige Hinweise die einen möglichen Missbrauch erkennen lassen:
    Arbeitsverhalten: häufige Kurzabsenzen, Überziehen von Pausen, Zunahme von Fehlern, Abneigung, Arbeiten zu übernehmen, die ausserhalb der Routine liegen (Routine kann unter Umständen auch angetrunken erbracht werden)
    Sozialverhalten: Betroffene Mitarbeitende ziehen sich zunehmend zurück, meiden Kontakt zu anderen; Mitarbeitenden, geben bei Konflikten immer den anderen die Schuld, reagieren aggressiv und abweisend auf jegliche Kritik, leugnen eigene Fehler
    Äusseres Erscheinungsbild: nachlässige Kleidung, mangelnde Körperpflege, glasige Augen, aufgedunsenes, gerötetes Gesicht, Gleichgewichtsstörungen beim Gehen, Alkoholfahne, «verwischte» Sprache, Zittern der Hände
    Es gilt aber unbedingt zu bedenken, dass die hier aufgelisteten Anzeichen nicht automatisch auf Suchprobleme schliessen lassen. Sie können damit in Verbindung stehen, müssen aber nicht.

  2. Müssen Menschen mit Suchtproblemen nicht erst in der Gosse landen, bevor ihnen geholfen werden kann?

    Nein, denn meistens wissen Menschen nach (missbräuchlicher) Einnahme ihres Suchtmittels nicht, was sie sich selber und ihrem Umfeld antun. Am Arbeitsplatz brauchen diese Menschen Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen, welche ihnen einen Spiegel vorhalten und ihnen zeigen, wo sie zur Zeit stehen respektive wie sie zur Zeit von anderen wahrgenommen werden. Die Betroffenen brauchen, wie wir alle, Rückmeldungen; je früher desto besser!

  3. Muss ich nachweisen, dass eine Mitarbeitende/ein Mitarbeitender ein Suchtproblem hat?

    Nein, Sie als Vorgesetzter müssen keine Diagnosen stellen, da es sich bei Suchtproblemen um eine Krankheit handelt. Bei einer anderen Erkrankung ihrer Mitarbeitenden würden Sie auch keine Diagnose stellen und Behandlungsmethoden vorschlagen. Sie haben «nur» die Leistung und das Verhalten ihrer Mitarbeitenden zu qualifizieren. Sie müssen auch keine Mitarbeitenden therapieren, können aber betroffene Mitarbeitende unterstützen, indem Sie mit diesen frühzeitig das Gespräch suchen. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie so ein Gespräch führen sollen, lassen Sie sich durch Fachleute unterstützten und beraten.

  4. Soll ich meinen Mitarbeiter direkt darauf ansprechen, dass er ein Alkoholiker ist?

    Nein, denn als Vorgesetzter sollen Sie keine Diagnose stellen, ob jemand abhängig ist, oder nicht. Dies bleibt vorläufig Ihre Vermutung. Konzentrieren Sie sich auf Fakten, z.B. auf ungenügende Leistung oder risikoreiches Verhalten am Arbeitsplatz. Hier können Sie als Vorgesetzter klare Forderungen bezüglich der erwarteten Veränderungen stellen.

  5. Sind mögliche Suchtprobleme einer/eines Mitarbeitenden nicht deren Privatsache?

    Doch, aber das Private endet spätestens dann, wenn die/der Mitarbeitdende am Arbeitsplatz erscheint und beginnt erst wieder am Feierabend.

  6. Kann ich den Mitarbeitenden das Trinken in der Freizeit verbieten?

    Nein, aber Sie können den Anspruch haben, dass ihre Mitarbeitenden mit «0 Promille» zur Arbeit kommen, so dass ihre Leistung und ihr Verhalten keinenAnlass zur Klage geben.